Gibt es gesunden Egoismus?

Gibt es gesunden Egoismus?

Egoismus ist in der Regel negativ belegt. Ich persönlich verbinde es mit rücksichtslosem Verhalten, Egozentrik und Selbstsucht. Ich weiß nicht warum das Wort so negativ bei mir, aber auch bei vielen anderen, besetzt ist. Liegt es an unserer Gesellschaft? Liegt es am Glauben? Liegt es daran, dass wir mit dem Vorwurf des Egoismus andere Menschen zu manipulieren versuchen, um doch nur eins durchsetzen zu können – unseren eigenen Egoismus? Daher frage ich mich, gibt es überhaupt gesunden Egoismus?

Von Natur aus egoistisch

Eins ist jedenfalls klar: Wir alle sind von Natur aus egoistisch. Das müssen wir auch sein, denn sonst würden wir nicht überleben. Ein Baby diskutiert nicht mit seiner Mutter, ob sie die Milchbar öffnen will. Nein, es schreit – zur Not auch ohrenbetäubend – wenn es Hunger hat und nicht erhört wird. Es handelt rein egoistisch und richtet sich ausschließlich auf seine eigenen Bedürfnisse.

Gibt es dann also doch gesunden Egoismus?

Ich glaube an die Macht der Worte. Das, was wir aussprechen und sagen, „macht“ etwas mit uns. Nicht umsonst heißt es im Talmud:

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.“

Daher tausche ich Egoismus gegen Selbstbewusstsein aus. Für mich bringt es viel mehr auf den Punkt, worum es mir geht.

Selbstbewusst. Selbst-bewusst. Sich seiner selbst bewusst sein.

Für mich hat Selbstbewusstsein viel mehr mit Selbstliebe, Achtsamkeit bis hin zu Selbstvertrauen zu tun. Daher ist für mich das Selbst-Bewusstsein der Schlüssel zum Glück. Die Ausgangsbasis für ein erfülltes, gesundes Leben. Für Ausgeglichenheit, für Freude und für echte Liebe.

Wie ich dazu komme?

Weil ich genau das Gegenteil lange genug in Teilen gelebt habe. Unter dem Deckmantel einer altruistischen Person, die sich nächstenliebend um die anderen kümmert, habe ich oft genug die Bedürfnisse anderer über meine eigenen gestellt. Sei es privat oder im Job. Mit dem Effekt, dass es privat regelmäßig geknallt hat, ich natürlich meinen Traumpartner lange nicht gefunden habe und ich beruflich öfter am Limit war.

Ständig über das Limit gehen

Jahrelang bin ich über mein eigenes Limit gegangen. Die Winke des Lebens mit dem Zaunpfahl habe ich früher geflissentlich übersehen. Manchmal bin ich daher sogar voller Wucht gegen einen Laternenpfahl gelaufen und auf dem Rücken gelandet wie ein Käfer. Aber wir wissen ja: Wer kräftig strampelt kommt auch wieder hoch. Also habe ich weiter gemacht. Bis mein Körper reagiert hat. Mit mehr als nur einer Beule oder einem blauen Fleck.

Selbstliebe, Selbstbewusstsein

Selbstliebe, bedingungslose Liebe. Achtsamkeit. Hm, ja. Das klang zwar alles ganz nett, aber gerne auch mal ein bisschen „spiri“. Vielleicht sogar zu „esoterisch“ – ein klassisches Un-Wort, das viele nutzen, um Handlungen in einer Krusch-Schublade schnell verstauen zu können.

So, und wie kommen wir nun zurück zum Selbstbewusstsein und warum es so wichtig ist?

Erst wenn ich mir und meiner eigenen Bedürfnisse selbst bewusst bin, kann ich entsprechend handeln. Das hat gar nichts mit Egoismus zu tun. Ganz im Gegenteil, denn erst wenn ich mich kenne und weiß, was mit gut tut, was ich zum Ausgleich brauche, bin ich zufrieden mit mir. Dann kann ich mir Pausen zugestehen, wenn ich ausgepowert bin. Zusätzlich fühle mich nicht schuldig dafür, wenn ich mich zurück ziehe und nicht für andere da sein möchte.

Weil ich meine Person wertschätze und achte. Weil ich weiß, was ich zum Glück brauche, was meine Batterien auflädt und was mich zufrieden macht. Manche Menschen lieben das Bad in der Menge, andere die Einsamkeit und Stille eines Berggipfels. Manchmal braucht man Action, manchmal Ruhe.

Ausgangsbasis für Respekt ist Selbstbewusstsein

Meiner Meinung nach ist die Ausgangsbasis für Respekt, Wertschätzung und ein gutes Miteinander, dass sich jeder seiner Selbst bewusst ist. Sich selbst annimmt, so wie er/sie ist, und mag. Denn nur dann kann man anderen ohne Vorbehalte, Erwartungshaltungen oder Ideen, die man anderen überstülpen will, begegnen.

Alles fängt bei mir selbst an. Beim ICH.

Damit das „Du“ und „WIR“ harmonisch und unbelastet zusammen passen können. Für mich persönlich bedeutet das einen himmelweiten Unterschied zum Egoismus. Zum ich, ich, ich.

Ich bleib’ beim Selbstbewusstsein.

Selbst-Bewusst.

Sich seiner selbst bewusst sein.

Fällt dir das manchmal nicht so leicht?
Gibt es etwas, was dir noch im Weg liegen könnte?
Dann unterstütze ich dich gerne dabei, wenn du magst.

So oder so – sei dir deiner Selbst bewusst!

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